Abtauchen ins Abenteuer - Auf ›Weltenreise‹ mit dem Schriftsteller Martin Heckt


Abtauchen ins Abenteuer

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Auf ›Weltenreise‹ mit dem Schriftsteller Martin Heckt

Geheimnisvolle Schatzkarten, verborgene Städte in den Wolken, Seeungeheuer und Piraten: Die ›Freya Warmherz‹-Reihe aus der Feder von Martin Heckt entführt den Leser auf eine abenteuerliche Reise in ferne Welten. Ab Mai wird das auf dem fiktiven Planeten Kanthorus angesiedelte Geschehen mit einer weiteren Episode unter dem Titel ›Gezeitennebel‹ fortgesetzt. »Meine Bücher richten sich altersunabhängig an alle Fans von High Fantasy-Literatur«, so der Wittener Autor, der sein Werk nicht in die ›Jugendbuchschublade‹ einsortiert wissen will. »Lesen kann man es bestimmt schon mit zehn oder zwölf. Aber auch Erwachsene, die gerne in eine gute Geschichte abtauchen, sind bei mir nicht verkehrt!«

Junge Protagonistin mit violetten Haaren und Katzenohren

Abtauchen oder auch an Bord gehen, die Segel hissen und losschippern. Auf der Homepage des Schriftstellers kämpft ein altertümlicher Dreimaster gegen die stürmische See. Martin Heckt liebt das Meer und die Schifffahrt, das hat er mit seiner Protagonistin gemeinsam. Freya Warmherz, eine eigensinnige junge Frau mit violetten Haaren, gehört dem Volk der Parda an, einer Mischung aus Mensch und Katze – schon hier zeigt sich die überbordende Fantasie des Geschichtenerzählers, der sich seine Wohnung in Witten-Bommern mit zwei Hauskatzen teilt. »Abgesehen von einigen katzenartigen Eigenschaften hat Freya aber keine außergewöhnlichen Talente oder gar magische Fähigkeiten«, berichtet er. »Ich wollte keinen Übermenschen erschaffen, sondern eine normale Figur, die sich in unlösbaren Situationen durch Charakterstärke und Glück durchsetzt und mit ihren Herausforderungen wächst.« Letztere lassen nicht lange auf sich warten: Als die junge Freya auf einem Handelsschiff anheuert, ist dies der Beginn ebenso spannender wie fantastischer Ereignisse …

»Jetzt schreib endlich das verdammte Buch!«

Auf eine echte Herausforderung hat sich auch Martin Heckt eingelassen, als er vor zwei Jahren das erste Buch innerhalb des Freya-Warmherz-Kosmos bei ›Books on Demand‹ veröffentlichte. »Ideen hatte ich schon immer im Kopf, das ging bereits im Jugendalter los. Irgendwann habe ich dann die ersten Shortstorys bei Facebook geteilt, die waren nur eine oder anderthalb DIN A4-Seiten lang und kamen trotzdem supergut an. Viele Leser meinten daraufhin, ich solle doch mal einen Roman schreiben. Aber das ist natürlich nicht so einfach, da muss man eine komplette Welt erschaffen, Hintergründe aufbauen. So habe ich gezögert – bis meine Frau zu mir sagte: Jetzt schreib endlich das verdammte Buch!« Im November 2018 kam sein Erstling ›Der Mahlstrom‹ auf den Markt. Die in sich abgeschlossene Erzählung war ursprünglich gar nicht als Reihenauftakt konzipiert. »Aber es wurde so gut angenommen und hat vor allem so viel Spaß gemacht, dass es unbedingt weitergehen musste!«

Auf den Spuren von Enid Blyton und Captain Future

Und wie es weiter ging: Innerhalb kürzester Zeit erschienen neben zwei weiteren Freya-Geschichten der Hintergrundband ›Legenden von Kanthorus‹ und das Kinderbuch ›Unter lila Flagge‹, welches auch als Hörbuch existiert. »Hier werden lustige kleine Episoden aus Freyas Kindheit geschildert, etwa wie sie im Alter von acht Jahren Piratin werden will und den Bäcker im Dorf überfällt«, so Martin Heckt mit einem Augenzwinkern. »Es ist also etwas humorvoller und weniger dramatisch. In den anderen Bänden können Figuren auch mal sterben.« Wobei Gewalt entgegen dem aktuellen Trend in der Literatur weder Selbstzweck ist noch explizit beschrieben wird. »Im Vordergrund steht immer das Abenteuer! Hier orientiere ich mich an klassischen Vorbildern wie den Geschichten von Enid Blyton und Captain Future, mit denen ich aufgewachsen bin.«

»Ich habe anfangs selbst keine Ahnung, wo der Weg hinführt«

Früher liebte er es, als Leser in fremde Welten einzutauchen, heute erfindet er sie einfach selbst. Dabei sind seine Methoden sympathisch unorthodox: Martin Heckt gehört nicht zu den Autoren, die ihren Plot mit mathematischer Genauigkeit durchplanen, ehe sie den ersten Satz am Rechner eintippen. Lieber lässt er sich von seinen Ideen treiben. »Ich habe anfangs selbst keine Ahnung, wo das Ganze hinführt«, verrät er. »Bei ›Die Stadt in den Wolken‹ war es das Bild einer aus dem Nebel ragenden Bergspitze, die mich inspirierte. Da habe ich mich gefragt, wie es wohl wäre, wenn auf dem Berg eine Stadt wäre. Und bei ›Nise Boao‹ bin ich mitten in der Nacht aufgewacht und hatte plötzlich diesen Titel im Kopf. So kommt es, dass ich meine Texte beim Schreiben erlebe wie der Leser, der sie liest, und manchmal selbst von den Wendungen überrascht bin.«

»Man muss seinen ›Stiefel‹ durchbringen«

Vom ersten guten Einfall bis zum fertigen Buch ist es dennoch ein weiter Weg. Als Selfpublisher macht Martin Heckt alles selbst, angefangen bei der Covergestaltung über Lektorat und Satz bis hin zum Marketing. »Das kostet alles Zeit, und die nehme ich mir, weil ich möchte, dass am Ende ein ordentliches Produkt herauskommt!« Aufwendig gestaltet sich auch die Recherche der technischen und nautischen Sachverhalte. »Aber schon Captain Future hat damals immer auch Wissen vermittelt«, grinst er. »Ich habe alles gründlich recherchiert, beispielsweise wie ein U-Boot funktioniert.« Dass er mit seinem fantastischen Universum nicht gerade den Mainstream bedient, bereitet ihn kein Kopfzerbrechen. »Ein befreundeter Autor hat mir mal geraten: Man muss seinen ›Stiefel durchbringen‹, sich durchbeißen, selbst wenn es schwierig ist. Das Wichtigste ist, niemals aufzugeben, immer weiterzuschreiben. In dieser Hinsicht birgt die Unabhängigkeit von Verlagen auch Vorteile: Ich kann tun, was ich will, bin meines eigenen Glückes Schmied!« So wie seine Heldin Freya Warmherz: Die soll anfangs auch nicht zur See fahren. Zu gefährlich, fürchtet ihre Mutter. Doch die junge Frau geht ihren Weg und stürzt sich ins Abenteuer …


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